Die Grenze zwischen tolerierbar und verschmutzt
Was genau gilt als Altlast? Wann ist Abbruchmaterial verschmutzt? Woran erkennt man das? Zur Beantwortung dieser Fragen ist man nicht auf sein subjektives Empfinden angewiesen, es gibt klare Richtlinien dazu. Vom Bund und auch von den Kantonen. Am wichtigsten ist die Buwal-Aushubrichtlinie vom Juni 1999. Sie regelt die Entsorgung von Abbruch- und Aushubmaterialien aus belasteten Standorten aufgrund deren Schadstoffbelastung.

Das Aushub- und Abbruchmaterial kann in drei Qualitäten eingeteilt werden (Für die genauen Richtwerte siehe Unterkapitel Richtlinien): Unverschmutztes Material (erfüllt Richtwerte U) ist chemisch nicht verändert und enthält keine Fremdstoffe. Tolerierbares Material (erfüllt Richtwerte T) kann durch menschliche Tätigkeit in seiner chemischen Zusammensetzung verändert sein, aber nur in geringem, die Umwelt nicht stark belastendem Masse. Als verschmutzt (überschreitet Richtwerte T) gilt Material schliesslich dann, wenn es mit umweltgefährdeten Stoffen derart belastet ist, dass eine Verwertung ohne vorgängige Behandlung nicht zulässig ist.

Um richtig vorzugehen, hilft das Entsorgungskonzept, das die Bauherrschaft den Baubewilligungsbehörden einzureichen hat. Die ausführende Unternehmung überprüft in der Folge nach den Richtlinien des Konzepts laufend, ob Verdacht auf Verschmutzung besteht. Während unverschmutztes Material für ziemlich alles gebraucht werden kann, gibt es bereits für tolerierbares Aushubmaterial eingeschränkte Verwendungszwecke. Verschmutztes Material wiederum muss zuerst behandelt werden. Und zwar so, dass es entweder als unverschmutztes oder tolerierbares Material zu verwenden ist. Oder in Zementwerken oder TVA-konformen Deponien abgelagert werden kann.

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